Der Geflüchtete als unheimlicher Fremde oder verjüngender Dialogpartner

David Kergel

Abstract


Kulturelle Identität hat Konjunktur. Sie fungiert dabei als „Schutzwall“ (Julien 2017, S. 7) gegen Globalisierung und Migrationsbewegungen bzw. als vermeintliche Antwort auf die sogenannte ‚Flüchtlingskrise‘ – wobei zur Debatte wer, wieso in der Krise ist. So hält Luft (2016) aus ethischer Peprspektive fest, dass, wenn „von ‚Flüchtlingskrisen‘ die Rede ist, […] zuallererst die Krise der Flüchtlinge selbst in den Blick genommen werden muss“ (Luft 2016, S. 9f.). Im gleichen Zug weißt Luft auf die ideologischen Aspekte des Krisenbegriffs hin, wenn er festhält, dass „Krise […] zum Schlagwort geworden ist“ (Luft 2016, S. 8): „Ob eine politische Konstellation als Krise verstanden wird, hängt von den Interpretationen und Interessen der beteiligten Akteure ab“ (ebenda). In Bezug auf die Flüchtlingskrise lässt sich beobachten, dass die diskursive Figur des Flüchtlings bzw. Geflüchteten zu einer Revitalisierung des ‚eigenen‘ kulturellen Selbstverständnis führt, welches sich im Angesicht der Bedrohung der Überfremdung durch den Flüchtling konstituiert

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